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Sonntag, 12. April 2020, 11:00 Uhr

Mitwirkende: Maxi Falk, Claudia Bühler, Vikarin Rebekka Luther, Caspar Wein, Posaunenchor; Pfr. Frank Michael Scheele (kath. Gemeinde Maria unterm Kreuz), Pfr. Peter Martins, Pfr. Michael Wenzel. Technik: Sebastian Leenen und kotka (Christliche Jugend Friedenau)

Liturgie zum Oster GD in der Kirche ZUM GUTEN HIRTEN

(Die Liturgie zum Mitsingen der Lieder können Sie hier als pdf-Datei herunterladen).

Posaunenchor: Lied: Christ ist erstanden EG 99

Pfr. Scheele: Lichtlitanei zum Entzünden der Osterkerze

Pfr. Martins: Votum und Ostergruß

Pfr. Wenzel: Begrüßung     Persönliche Worte

Der Dichter Erich Fried hat es so beschrieben:
Es ist Unsinn  sagt die Vernunft
Es ist was es ist sagt die Liebe
Es ist Unglück sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz sagt die Angst
Es ist aussichtslos sagt die Einsicht
Es ist was es ist sagt die Liebe
Es ist lächerlich sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich sagt die Erfahrung
Es ist was es ist sagt die Liebe

So ist Ostern auch.

Posaunenchor: Lied: Auf, auf, mein Herz mit Freuden EG 112,1-3

Pfr. Martins: Ostergruß

Vikarin Luther: Ganz leise beginnt Ostern. Eine Frau, ein Garten am frühen Morgen, vielleicht ein paar Vogelstimmen, noch ist kein Geschiebe in den Gassen der Altstadt, noch rufen die Händler ihre frischen Waren nicht aus, noch starrt ihr niemand hinterher. Noch vor Sonnenaufgang hat sich Maria aufgemacht. Sie musste zu ihm. Schon zwei Tage war er tot, ihr Jesus, lag da im Grab, einsam in Kälte und Dunkelheit. Und als sie schließlich im Garten ankam traurig und voller Tränen in den Augen da stürzte sie ins Bodenlose. Das Grab ist leer.

Maxi Falk: Ich lese das Osterevangelium aus Johannes Kapitel 20, die Verse 11-18

Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Als sie weinte, beugte sie sich in das Grab hinein und sah zwei Engel in weißen Kleidern dasitzen, einer am Kopf und einer an den Füßen, wo der Leichnam Jesu gelegen hatte.  Sie sagten zu ihr: »Frau, warum weinst du?« Sie sagte zu ihnen: »Sie haben meinen Rabbi fortgenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingebracht haben.«  Als sie dies gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, aber sie wusste nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihr: »Frau, warum weinst du? Wen suchst du?« Sie dachte, dass er der Gärtner wäre, und sagte zu ihm: »Herr, wenn du ihn weggetragen hast, sage mir, wo du ihn hingebracht hast, und ich werde ihn holen.« Jesus sagte zu ihr: »Maria! « Sie wandte sich um und sagte zu ihm auf Hebräisch: »Rabbuni!« – das heißt Lehrer. Jesus sagte zu ihr: »Halte mich nicht fest, denn ich bin noch nicht zu Gott, meinem Ursprung, aufgestiegen. Geh aber zu meinen Geschwistern und sage ihnen: Ich steige auf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott.« Maria aus Magdala geht und verkündet den Jüngerinnen und Jüngern: »Ich habe Jesus den Lebendigen gesehen.« Und dies hat er ihr gesagt. (Bibel in gerechter Sprache)

Caspar Wein Klavier Lied: Freunde, dass der Mandelzweig EG Bayern 65

Pfr. Wenzel: Predigt: Die Blüte eines Mandelzweigs – was ist das schon?

Ein blühender Mandelzweig in meiner Hand.
Was ist an solch einem kleinen Ast, der neues Leben hervor treibt schon so besonders, wo doch gleichzeitig so viel Leben vernichtet wird, so viel Leidenszeit um uns herum ist?

Kann es wirklich sein, das von einem schnell übersehbaren blühenden Zweig Hoffnung ausgeht?

Der Mandelzweig ist für mich eine Osterblume, ein Fingerzeig, dass die Liebe bleibt, wie es in dem Lied (von Schalom Ben-Chorin Lied aus dem Jahr 1942) heißt,  dass die Liebe stärker ist als der Tod.
Aber ist es nicht so, dass es klüger ist weniger zu hoffen, denn wer weniger hofft, der wird auch weniger enttäuscht. Wer sich nur auf das verlässt, was sichtbar ist, der gilt in unserer Zeit als Realist, als einer, der weiß, was Sache ist. Wer dagegen mehr erwartet und erhofft als den Tod, der gilt als weltfremd oder wird als Spinner betitelt.

Wer wollen wir sein? Wie sollen wir leben?

Ist es besser realistisch, ja klug zu sein, sich mit dem zufrieden zu geben, was vor Augen ist?

Oder sollten wir Visionäre sein, solche die mehr sehen und mehr erwarten und mehr erhoffen solche, die dem Tod das letzte Wort absprechen?

Jesus war sicher kein Realist. Er hat immerzu wenn er zu den Menschen sprach Mandelzweiggeschichten erzählt. Geschichten und Gleichnisse von einem Leben, in dem die Liebe stärker ist als der Tod. Von einem Leben, das von einer neuen zarten Blüte seine Farbe bekommt und nicht vom Sterben gekennzeichnet ist.

Jesus hat seinen Mitmenschen Hoffnung gemacht, dass das Leben nicht unterzukriegen ist. Er hat von des Lebens Blütensieg erzählt.

Er hat in seinen Seligpreisungen daran festgehalten und dies mit seinem Leben, seinem Sterben und seiner Auferstehung untermauert:

dass die Armut die Farbe der Mandelblüte trägt,

dass die Trauernde und die Sanftmütige mit dem Mandelzweig geschmückt sind,

dass die, die Gerechtigkeit suchen und barmherzig sind, dass sie wie Mandelblüten knospen und unter der Ostersonne der Liebe Gottes aufbrechen und neues Leben hervorbringen,

dass schließlich der Friedensstifter sich leicht im Winde wiegt, weil er, wie der Mandelzweig seinen Halt am Stamm hat und weiß, dass der Gott des Friedens seine Wurzel ist.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mir mit der Ostermelodie dieses Liedes, in allen meinen leidvollen Erfahrungen, die Hoffnung nicht weggebrochen ist.

Wenn ich meine Trauer zu lasse, nicht verstecke und weine – ist das nicht ein Fingerzeig auf Ostern, das die Liebe bleibt?

Wenn wir sanftmütig werden und auf Gewalt und Zwang verzichten – ist das nicht ein Fingerzeig auf Ostern, das die Liebe bleibt?

Wenn wir nach Solidarität und Gerechtigkeit streben, uns nicht beruhigen lassen, und daran glauben, dass sich die widrigen Dinge verändern lassen – ist das nicht ein Fingerzeig auf Ostern, dass die Liebe bleibt?

Ist das nicht ein Fingerzeig auf Ostern, dass die Liebe bleibt, wenn wir Barmherzigkeit weitergeben –
Ist das nicht ein Fingerzeig auf Ostern, dass die Liebe bleibt, wenn wir auf die Reinheit unseres Herzens achten, uns nicht von banalen Parolen gefangen nehmen lassen.

Wenn wir Frieden stiften und zur Versöhnung beitragen und nicht unversöhnlich auf unseren Positionen verharren – ist das nicht ein Fingerzeig auf Ostern, dass die Liebe bleibt?

Wo viele Knospen aufbrechen und Blüten sprießen, da duftet es, da riecht es nach Leben, nach dem Leben, der Auferstehung des Jesus aus Nazareth! Und das ist mehr als ein Fingerzeig, dass die Liebe bleibt! Ja ich weiß das Osterlied ist noch nicht zu Ende gesungen. Wir müssen es immer wieder neu anstimmen. Ich wünschen Euch,  dass Ihr immer dann, wenn Ihr Leidenszeiten durchlebt, den Ton dieser Mandelzweigmelodie, dieser Ostermelodie hört  und  von dieser unbeschwerten Leichtigkeit erfasst werdet, die sich im Winde wiegt und davon erzählt, dass die Liebe bleibt


Lassen Sie uns noch einmal singen: Freunde, dass der Mandelzweig … 

1. Freunde, daß der Mandelzweig wieder blüht und treibt, ist das nicht ein Fingerzeig, daß die Liebe bleibt?
2. Daß das Leben nicht verging, soviel Blut auch schreit, achtet dieses nicht gering in der trübsten Zeit.
3. Tausende zerstampft der Krieg, eine Welt vergeht. Doch des Lebens Blütensieg leicht im Winde weht.
4. Freunde, daß der Mandelzweig, sich in Blüten wiegt, bleibe uns ein Fingerzeig, wie das Leben siegt. 

Text: Schalom Ben-Chorin 1942 Melodie: Fritz Baltruweit 1981

Caspar Wein Klavier Lied: Freunde, dass der Mandelzweig EG Bayern 659

Pfr. Scheele / Vikarin Luther/  Pfr. Martins / Maxi Falk: Meine persönliche Oster -Erfahrung

Pfr. Martins
Ostern auf Abstand – Ostern berührt mich mit einer Geschichte. Es ist die Geschichte von Maria Magdalena, die wir gerade gehört haben. Am Ostermorgen, am leeren Grab ist diese Frau ganz nah dran bei Jesus dem Lebendigen. Aber in ihrem Schmerz erkennt sie ihn gar nicht. Sie verwechselt Jesus mit dem Friedhofsgärtner. Und dann sagt Jesus ihren Namen: Maria. Und: „Rühre mich nicht an, halte mich nicht fest, lass mich los.“ Aber: Sag, was du gesehen und gehört hast deinen Geschwistern.
Was aber hat Maria gesehen? Den Auferstandenen, der zum Verwechseln ähnlich ist mit einem lebendigen, mit einem arbeitenden Menschen. Es könnte ein Gärtner sein. Jesus selbst hat einmal gesagt: Ich bin zum Verwechseln mit den Armen, mit den Kranken, mit den Ausgegrenzten und Isolierten. Legt mich nicht fest! Wenn Maria Magdalen zu Jesus nicht auf Abstand geblieben wäre, gäbe es uns als Kirche gar nicht. Das entdecke ich in dieser Osterzeit neu: Zwei Schritte zurücktreten, Abstand wahren und den anderen, das Leben, in einem neuen Licht sehen.

Pfr. Scheele
Meine Ostererfahrung -meine Gedanken zu Ostern 2020 orientieren sich in diesem Jahr besonders an der sogenannten Pfingstpredigt des Apostels Petrus – nachzulesen in der Apostelgeschichte, 2. Kapitel. Die Verheißungen des Alten Testaments hinsichtlich des Todes und der Auferstehung Jesu haben sich an Ostern wirklich erfüllt – da dies so ist, werden sich die Verheißungen des Neuen Testaments, das ja aus der Erfahrung von Ostern entstand, ebenfalls erfüllen. Gott ist treu! Er bricht seine Versprechen nicht! Allen, die an Jesus Christus glauben und die festhalten an der österlichen Frohbotschaft, ist die Auferstehung verheißen, der Hinübergang vom Tod in das ewige Leben. Wenn die Zusagen der Hl. Schrift keine leeren Phrasen sind, und Petrus betont das überdeutlich, dann ist uns eine großartige Zukunft in Aussicht gestellt, alles Begreifen übersteigend, alle Ahnung weit überragend, aber ebenso wirklich, real. Das ist Grund zur Freude für mich und alle Christgläubigen. In dieser Hoffnung und Zuversicht können wir die Zukunft getrost erwarten. Frohe Ostern!

Vikarin Luther
„Das Licht kommt in die Dunkelheit“, ein Satz über den man so oft hinwegliest oder hinweghört, weil man ihn so oft gehört hat. Jedes Jahr an Ostern wird mir noch einmal bewusst, was das eigentlich heißt: Die tiefe Hoffnungslosigkeit, die große Angst… und dann kommt Gott, löst sein Versprechen an uns ein, wieder und wieder jedes Jahr, ein Geschenk an uns. Und jedes Jahr, bin ich dankbar.

Maxi Falk
Wenn ich an Ostern denke fallen mir als erstes natürlich sofort Traditionen aus meiner Kindheit ein, wie bunte Ostereier zu bemalen, diese an Bäume zu hängen und zu verstecken.

Mittlerweile bin ich wahrscheinlich leider aus dem Alter rausgewachsen, habe jedoch umso mehr Freude dabei Überraschungen für meine kleine Schwester zu verstecken und ihre strahlenden Augen zu sehen, wenn sie etwas gefunden hat.

Ich verbinde mit Ostern ein schönes traditionelles gemeinsames Familienfest mit leckerem Essen, worauf ich mich immer sehr freue!

Außerdem ist Ostern für mich ein Symbol für Neuanfang und Aufbruch, um der negativen Stimmung entgegenzutreten.
Es ist Frühling: die ersten Sonnenstrahlen locken die Menschen aus ihren Häusern, Glücksgefühle kommen auf und dabei verlieben sich viele Menschen.

Schließlich ist Ostern auch das höchste christliche Fest: ein Fest der Auferstehung,
das Ende der Fastenzeit und damit verbunden ein Ende des Leidens.

Mit Ostern verbinde ich zudem das Osterfeuer, dabei besiegt das Licht die Dunkelheit.

Durch die Auferstehung Jesus wird deutlich, dass das Leben immer den Tod besiegt!
Was für mich persönlich eine schöne und beruhigende Vorstellung ist.

Zusammenfassend: Ostern ist für mich eines der schönsten Feste, um mit voller Lebensfreude und Kraft neu zu beginnen, egal was auch zuvor in der Vergangenheit gewesen sein mag.

Dies wünsche ich allen Menschen und ein gesegnetes Osterfest 2020!

Posaunenchor: Lied: Wir wollen alle fröhlich sein EG 100,1.2.4

Pfr. Scheele Fürbitte     Vaterunser 

Claudia Bühler: Ostergruß an die Gemeinde 

Pfr. Scheele / Pfr. Martins Segen 

Caspar Wein: Orgel



OSTERSONNTAG  - DAS LICHT DER UND DIE HOFFNUNG FÜR DIE WELT

Gerade an diesem Osterfest soll das Osterlicht besonders hell erstrahlen. Daher laden wir dazu ein, beim Spaziergang am Ostersonntag zwischen 9 und 11 Uhr auch an unserer Kirche vorbeizukommen und ein Osterlicht und ein Osternest mitzunehmen. Die Osterkerzen und Osternester stehen auf den Stufen des Haupteingangs unserer Kirche. Wer selber nicht aus dem Haus gehen kann oder darf, kann sich gerne im Gemeindebüro melden (Tel. 851 11 38 ). Dann bringen wir am Ostersonntag das Osterlicht zu Ihnen, klingeln dann kurz und stellen das Licht Ihnen vor die Tür. Denn es wird Ostern für einen jeden von uns! 

OSTERN VOM BALKON

Am Ostersonntag um 10:15 Uhr, am Ende des ZDF-Fernsehgottesdienstes werden die Bläser*Innen des „Friedenauer Posaunenchors“ aus den Fenstern des Gemeindehauses Bundesallee 76 gemeinsam mit vielen Sänger*Innen, Bläser*Innen, u.a. den österlichen Ruf „Christ ist erstanden“ erklingen lassen.
Weitere Informationen hier: #OSTERNVOMBALKON  

OSTERGOTTESDIENST AUF UNSERER INTERNETSEITE

Auch wen wir in den Zeiten der Corona-Pandemie den Ostergottesdienst nicht in die Kirchen feiern können könnten, bringen den ökumenischen Ostergottesdienst zu Ihnen Pfarrer Frank Michael Scheele aus der katholischen Gemeinde Maria unterm Kreuz, Die Pfarrer unserer Gemeinde, unsere Vikarin Rebekka Luther, Maxi Falk aus der Konfirmandenarbeit und die GKR Vorsitzende Claudia Bühler gestalten den ökumenischen Ostergottesdienst. Kantor Caspar Wein und unser Posaunenchor begleitet den Gottesdienst musikalisch. 

Der Ostergottesdienst ist ab dem frühen Sonntagmorgen hier zu sehen und zu hören.

Wichtig ist, dass wir natürlich auch auf den Vorplätzen auf die Abstandsregeln achten und ein Verweilen auf den Plätzen nicht erlaubt ist. 

Mitwirkende
Maxi Falk, Claudia Bühler, Vikarin Rebekka Luther, Caspar Wein, Posaunenchor; Pfr. Frank Michael Scheele (kath. Gemeinde Maria unterm Kreuz), Pfr. Peter Martins, Pfr. Michael Wenzel, Technik: Sebastian Leenen und kotka (Christliche Jugend Friedenau)
Ort Kirche Zum Guten Hirten Berlin-Friedenau, Friedrich-Wilhelm-Platz, 12161 Berlin