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Warnung

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Freitag, 10. April 2020, 09:30 Uhr

Die Liturgie der Andacht können Sie hier herunterladen.

Andacht Karfreitag

Lied: Evangelisches Gesangbuch Liednummer:   94  

Das Kreuz ist aufgerichtet, der große Streit geschlichtet.
Dass er das Heil der Welt in diesem Zeichen gründe,
gibt sich für ihre Sünde der Schöpfer selber zum Entgelt. 

Text: Kurt Ihlenfeld 1967
Melodie: Manfred Schlenker 1977

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.  

Tretet einen Schritt zurück. Lasst Gott machen. Schaut zu.
Ihr dürft zuschauen. Ihr braucht nicht einzugreifen.
Legt die Hände in den Schoss. Lasst Gott machen.
Vielleicht ist das unerträglich: dabeistehen und zuschauen und nichts machen können – ein Trauma. Dabeistehen und zuschauen und nichts machen können.  

Hört auf die Worte des Beters der Beterin aus Israel Worte des 22. Psalms: 

„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
Ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne.
Mein Gott, des Tages rufe ich,
doch antwortest du nicht,
und des Nachts, doch finde ich keine Ruhe.
Du aber bist heilig, der du thronst über den Lobgesängen Israels.
Unsere Väter hofften auf dich; und da sie hofften,
halfest du ihnen heraus.
Zu dir schrien sie und wurden errettet,
sie hofften auf dich und wurden nicht zuschanden.
Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch,
ein Spott der Leute und verachtet vom Volke.
Alle, die mich sehen, verspotten mich,
sperren das Maul auf und schütteln den Kopf:
„Er klage es dem HERRN, der helfe ihm heraus
und rette ihn, hat er Gefallen an ihm.“
Du hast mich aus meiner Mutter Leibe gezogen;
du ließest mich geborgen sein an der Brust meiner Mutter.
Auf dich bin ich geworfen von Mutterleib an,
du bist mein Gott von meiner Mutter Schoß an.
Sei nicht ferne von mir, denn Angst ist nahe;
denn es ist hier kein Helfer.
Gewaltige Stiere haben mich umgeben,
mächtige Büffel haben mich umringt.
Ihren Rachen sperren sie gegen mich auf
wie ein brüllender und reißender Löwe.
Ich bin ausgeschüttet wie Wasser,
alle meine Knochen haben sich voneinander gelöst;
mein Herz ist in meinem Leibe wie zerschmolzenes Wachs.
Meine Kräfte sind vertrocknet wie eine Scherbe,
und meine Zunge klebt mir am Gaumen,
und du legst mich in des Todes Staub.
Denn Hunde haben mich umgeben,
und der Bösen Rotte hat mich umringt;
sie haben meine Hände und Füße durchgraben.
Ich kann alle meine Knochen zählen;
sie aber schauen zu und sehen auf mich herab.
Sie teilen meine Kleider unter sich
und werfen das Los um mein Gewand.
Aber du, HERR, sei nicht ferne;
meine Stärke, eile, mir zu helfen!
Errette meine Seele vom Schwert,
mein Leben von den Hunden!
Hilf mir aus dem Rachen des Löwen
und vor den Hörnern wilder Stiere –
du hast mich erhört!“

Kyrieruf: Evangelisches Gesangbuch Liednummer:   178.2 

Kyrie eleison. / Herr, erbarme dich.
Christe eleison. / Christe, erbarme dich.
Kyrie eleison. /  Herr, erbarm dich über uns.  

Hört die Passions- die Leidensgeschichte Jesu aus dem Lukasevangelium Lesung: 1. Teil: Lukas 23,26 – 31 

Auf dem Weg zur Hinrichtungsstätte begegnete ihnen ein Mann, der gerade von seinem Feld zurückkam. Er hieß Simon und stammte aus Kyrene. Ihm luden sie das Kreuz auf und zwangen ihn, hinter Jesus herzugehen. Eine große Volksmenge folgte Jesus auf dem Weg zur Hinrichtung. Darunter waren viele Frauen, die laut klagten und um Jesus weinten.  Zu ihnen drehte sich Jesus um und rief: »Weint nicht über mich, ihr Frauen von Jerusalem! Weint über euch und eure Kinder! Es kommt eine Zeit, in der man sagen wird: ›Glücklich schätzen können sich die Frauen, die keine Kinder bekommen können. Ja, glücklich schätzen können sich alle, die niemals ein Kind geboren und gestillt haben!‹ Die Menschen werden sich wünschen, dass die Berge auf sie herabstürzen und die Hügel sie unter sich begraben, damit ihr Leid ein Ende hat.  Denn wenn man schon mit mir so umgeht, welches Gericht steht dann ihnen bevor! Ja, ein grüner Baum mag Feuer fangen, aber dürres Holz brennt lichterloh!«  

Evangelisches Gesangbuch Liednummer:  179.3 

O Jesu Christ, Sohn eingeborn des allerhöchsten Vaters,
Versöhner derer, die verlorn, du Stiller unsers Haders,
Lamm Gottes, heilger Herr und Gott: nimm an die Bitt aus unsrer Not,
erbarm dich unser aller.  

Lesung: 2. Teil: Lukas  23,32 - 35 

Mit Jesus wurden zwei Verbrecher vor die Stadt geführt  zu der Stelle, die man »Schädelstätte« nennt. Dort wurde Jesus ans Kreuz genagelt und mit ihm die beiden Verbrecher, der eine rechts, der andere links von ihm. Jesus betete: »Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!« Unter dem Kreuz teilten die Soldaten seine Kleider unter sich auf und warfen das Los darum. Die Menge stand dabei und schaute zu. Und die Mitglieder des Hohen Rates verhöhnten Jesus: »Anderen hat er geholfen! Wenn er wirklich der Christus ist, der von Gott gesandte Retter, dann soll er sich jetzt doch selber helfen!«  

Lied: Evangelisches Gesangbuch Liednummer:  91,1

Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken,
mich in das Meer der Liebe zu versenken,
die dich bewog, von aller Schuld des Bösen
uns zu erlösen. 

Text: Christian Fürchtegott Gellert 1757
Melodie: Johann Crüger 1640 nach Guillaume Franc 1543 (zu Psalm 23)

Lesung: 3. Teil: Lukas 23,36 – 43 

Auch die Soldaten trieben ihren Spott mit ihm. Sie boten ihm Essigwasser zu trinken an und riefen ihm zu: »Wenn du der König der Juden bist, dann rette dich doch selber!« Oben am Kreuz war ein Schild angebracht mit der Aufschrift: »Dies ist der König der Juden!« Auch einer der Verbrecher, die mit ihm gekreuzigt worden waren, lästerte: »Bist du denn nicht der Christus, der versprochene Retter? Dann hilf dir selbst und uns!« Aber der am anderen Kreuz wies ihn zurecht: »Du bist genauso zum Tode verurteilt worden wie dieser Mann. Fürchtest du Gott nicht einmal jetzt? Wir werden hier zu Recht bestraft. Wir bekommen, was wir verdient haben. Der hier aber ist unschuldig; er hat nichts Böses getan.« Dann sagte er: »Jesus, denk an mich, wenn du deine Herrschaft antrittst!«  Da antwortete ihm Jesus: »Ich versichere dir: Noch heute wirst du mit mir im Paradies sein.«  

Lied: Evangelisches Gesangbuch Liednummer:  85,1

O Haupt voll Blut und Wunden,
voll Schmerz und voller Hohn,
o Haupt, zum Spott gebunden mit einer Dornenkron,
o Haupt, sonst schön gezieret mit höchster Ehr und Zier,
jetzt aber hoch schimpfieret: gegrüßet seist du mir!  

Text: Paul Gerhardt 1656 nach »Salve caput cruentatum« des Arnulf von Löwen vor 1250
Melodie: Hans Leo Haßler 1601

Lesung: 4. Teil: Lukas 23,44 – 49

Am Mittag wurde es plötzlich im ganzen Land dunkel. Die Finsternis dauerte drei Stunden; in dieser Zeit war die Sonne nicht zu sehen. Dann zerriss im Tempel der Vorhang vor dem Allerheiligsten mitten entzwei. Und Jesus rief laut: »Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist!« Mit diesen Worten starb er. Der römische Hauptmann, der die Hinrichtung beaufsichtigt hatte, lobte Gott und sagte: »Dieser Mann war wirklich unschuldig!« Betroffen kehrten die Schaulustigen, die zur Hinrichtung zusammengeströmt waren, in die Stadt zurück. Viele Freunde von Jesus standen da und beobachteten das Geschehen aus der Ferne; darunter auch Frauen aus Galiläa, die mit Jesus zusammen nach Jerusalem gekommen waren.  

Die Altarkerzen werden ausgeblasen  

STILLE  

Abräumen und Heraustragen der liturgischen Gegenstände aus dem Kirchenraum,  

STILLE  

Lied: Jubilate 145 

Nada te turbe, nada te espante; Quien a Dios tiene, nada le falta.
Nada te turbe, nada te espante: Sólo Dios basta.  

Nichts beunruhige dich, nichts erschrecke dich, dem, der Gott hat, fehlt nichts Nichts beunruhige dich, nichts erschrecke dich, Gott allein genügt.

Text: Nach Teresa von Ávila, 1515-1582, Melodie: Taizé

Gebet: 

Gott in Christus Dein Kreuz steht noch für die Not - für den Schmerz - für die Angst - für die Ohnmacht - für das Unrecht - für die Vernichtung. Gib uns einen klaren Verstand einen beweglichen Geist - ein mutiges Herz, Kraft die Hoffnung nicht zu verlieren  und ein waches Gewissen dass wir anders sehen und handeln.  

Gebetsstille  

Vater Unser  

Sendung und Segen

Mitwirkende
Pfr. Michael Wenzel , Nadine-Julia Klusacsek und Caspar Wein (Musik), Sebastian Leenen und Julia Risse (Technik)
Ort Kirche Zum Guten Hirten Berlin-Friedenau, Friedrich-Wilhelm-Platz, 12161 Berlin