Veröffentlicht am So., 22. Mär. 2020 17:22 Uhr

Es ist ein Zeichen gegen die Angst und für die Verbundenheit, der Dankbarkeit für viele Menschen in den sogenannten „systemrelevanten Berufen“. Die Corona-Krise zeigt, dass es ohne Pflegekräfte, Lieferanten, Kassierer*innen, ohne Ärzte, Polizist*innen, ohne die Mitarbeiter*innen in den Gesundheitsämtern, in der Kommune, in den Bereichen der Energie- und Wasserversorgung und an vielen Stellen, an denen sich Menschen ehren- und hauptamtlich umeinander kümmern, nicht geht.

Angefangen hat es damit: Ein Bewohner des Evangelischen Seniorenheims in der Albestraße nahm Kontakt zur Gemeinde auf. Es wäre ihm wichtig, allen, auf die er sowieso und jetzt ganz besonders täglich angewiesen ist, zu danken und ob die Kirche dazu nicht auch die Glocken läuten könnte. Das war der Beginn am 21. März 2020.

Seitdem: Samstags um 19 Uhr nach dem die Glocken unserer Kirche erklungen sind – spielen Bläser des Friedenauer Posaunenchors Choräle und Abendlieder einzeln am offenen Fenster des Gemeindehauses in der Bundesallee 76A.  




Balkonsingen


  1. Der Mond ist aufgegangen die goldnen Sternlein prangen am Himmel hell und klar. Der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar.
  2. Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold als eine stille Kammer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und vergessen sollt.
  3. Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, die wir getrost belachen, weil unsre Augen sie nicht sehn.
  4. Wir stolzen Menschenkinder sind eitel arme Sünder und wissen gar nicht viel. Wir spinnen Luftgespinste und suchen viele Künste und kommen weiter von dem Ziel.
  5. Gott, lass dein Heil uns schauen, auf nichts Vergänglichs trauen, nicht Eitelkeit uns freun; lass uns einfältig werden und vor dir hier auf Erden wie Kinder fromm und fröhlich sein.
  6. Wollst endlich sonder Grämen aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod; und wenn du uns genommen, lass uns in’ Himmel kommen, du unser Herr und unser Gott.
  7. So legt euch denn, ihr Brüder, in Gottes Namen nieder; kalt ist der Abendhauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen und lass uns ruhig schlafen. Und unsern kranken Nachbarn auch!

Text: Matthias Claudius 1779 Melodie: Johann Abraham Peter Schulz 1790

EG 482


Kategorien Nah dran in Friedenau